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Frühkindliche Ernährungsgewohnheiten: Der Weg zu einem gesunden Leben



Die ausgewogene Ernährung spielt eine Schlüsselrolle in der frühkindlichen Entwicklung, wie wir bereits in früheren Beiträgen erläutert haben. Neben der Bedeutung von Nährstoffen wie Vitamin D für die psychische Gesundheit, ist auch die emotionale Beziehung zum Essen für Kinder entscheidend. In diesem Beitrag beleuchten wir die wissenschaftlichen Grundlagen und geben praktische Tipps, um gesunde Ernährungsgewohnheiten bei Kindern zu fördern.


Die Rolle der Ernährung in der kindlichen Entwicklung


Die Ernährung im Kindesalter ist entscheidend für eine gesunde Entwicklung. So zeigen Studien, dass eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung maßgeblich zur kognitiven Entwicklung von Kindern beiträgt. Dies unterstützt nicht nur das körperliche Wachstum, sondern hat auch einen positiven Einfluss auf die Lernfähigkeit und allgemeine Entwicklung von Kindern [1]. Ebenso kann die Verfügbarkeit bestimmter Lebensmittel im Haushalt sowie die Essgewohnheiten der Familie einen beträchtlichen Einfluss auf die körperliche und die geistige Entwicklung von Kindern haben [2]. 

 

Die frühe Etablierung von gesunden Ernährungsgewohnheiten im Kindesalter kann zudem langfristig einen positiven Einfluss auf die Gesundheit im Erwachsenenalter zur Folge haben. So zeigen neueste Studien, dass die Ernährung in der Kindheit maßgeblich mitentscheidend für verschiedene Gesundheitsindikatoren wie Körpergröße, Body-Mass-Index (BMI) und Blutdruck im späteren Leben, ist. Die Autoren der Studie betonen, dass der Gesundheitszustand im Erwachsenenalter somit auch auf den Ernährungsstatus in der Kindheit zurückgeführt werden kann [3]. 


Wie kannst Du die Ernährungsgewohnheiten Deines Kindes effektiv fördern?




Als Eltern haben wir gerade in den ersten Lebensjahren einen starken Einfluss auf unsere Kinder, die hier noch viel Durch Beobachtung lernen. Es liegt daher in unserer Hand, unseren Kindern frühzeitig zu zeigen, dass gesunde Lebensmittel nicht nur gut für uns sind, sondern auch lecker sein können. Um dies zu unterstützen, haben wir Dir einige praktische Strategien zusammengestellt: 


1. Gemeinsames Kochen: Beziehe Dein Kind aktiv in die Zubereitung von Mahlzeiten ein. Lass es einfache Aufgaben wie das Waschen von Gemüse oder das Rühren von Teig übernehmen. Das fördert nicht nur das Interesse an gesunden Lebensmitteln, sondern stärkt auch die familiäre Bindung. Beginne hier mit einfachen Rezepten, um das Interesse Deines Kindes zu wecken. 

2. Bereitstellung gesunder Snacks: Integriere spielerisch gesunde Snackoptionen, wie geschnittenes Obst oder Gemüsesticks in den Alltag Deines Kindes. Nutze Ausstechformen, um Obst und Gemüse attraktiver zu machen. Tolle Rezeptideen findest Du in unserer Rezeptsektion

3. Habe Geduld: Kinder brauchen oft Zeit, um sich an neue Lebensmittel zu gewöhnen. Sei geduldig und biete abgelehnte Lebensmittel später erneut an, ohne Druck auszuüben. Kombiniere neue Geschmäcker mit bekannten Favoriten Deines Kindes, um eine langsame Gewöhnung zu erleichtern. 

4. Vielfalt anbieten: Biete eine breite Palette an Geschmacksrichtungen an, einschließlich bitterer und saurer Lebensmittel, um den Geschmackssinn Deines Kindes zu schärfen. Dies kannst Du auch ganz leicht spielerisch umsetzen, indem Du eine "Geschmacks-Expedition" mit kleinen Portionen verschiedener Lebensmittel mit Deinem Kind planst. 

5. Regelmäßige Essenszeiten einführen: Feste Essenszeiten helfen Kindern, ein natürliches Gefühl für Hunger und Sättigung zu entwickeln. Richte feste Zeiten für die Hauptmahlzeiten ein, um eine Routine zu schaffen und übermäßiges Naschen zu vermeiden. 

6. Emotionales Bewusstsein fördern: Dein Kind sollte früh lernen, wie es mit seinen Emotionen umgehen und diese abholen kann. Essen sollte daher nicht als Trost oder Belohnung dienen. Führe Gespräche über Gefühle und finde nicht-essensbezogene Wege, um mit Emotionen umzugehen. 

7. Obst im Sichtfeld: Platziere Obst und Gemüse an gut sichtbaren und erreichbaren Orten, um eine gesunde Ernährung zu fördern. Stelle zum Beispiel eine bunte Obstschale auf den Esstisch oder die Küchenanrichte, um die natürliche Neugier Deines Kindes anzusprechen. 

8. Süßigkeiten sind kein Tabu: Verbiete Süßigkeiten nicht gänzlich, sondern lehre einen verantwortungsvollen Umgang damit. Setze klare Regeln für Süßigkeiten, wie beispielsweise nur an bestimmten Tagen oder als Teil eines ausgewogenen Snacks. 

9. Du bist der beste Lehrer: Erkläre Deinem Kind die Vorteile gesunder Lebensmittel und warum manche Nahrungsmittel besser für den Körper sind als andere. Nutze kindgerechte Bücher oder Apps, um spielerisch Wissen über gesunde Ernährung zu vermitteln. 

10. Auf Körpersignale achten: Ermutige Dein Kind, auf seinen Körper zu hören. Es sollte lernen, dass es in Ordnung ist, nicht immer den Teller leer zu essen und eigene Präferenzen zu entwickeln. 


Über den Tellerrand hinaus: Ein ganzheitlicher Blick auf Kinderernährung

Am Ende ist es das Zusammenspiel all dieser Aspekte, das den Grundstein für eine gesunde Ernährungsweise und positive Ernährungsgewohnheiten bei Deinem Kind legt. Wichtig ist, dass wir uns nicht ausschließlich auf die Unterscheidung zwischen 'richtigen' und 'falschen' Lebensmitteln konzentrieren, sondern auch die psychologischen Aspekte berücksichtigen, die für die Entwicklung eines gesunden Essverhaltens bei unseren Kindern prägend sind.  

 

Als Elternteil spielst Du eine zentrale Rolle in der Ernährungserziehung Deines Kindes, aber Du bist nicht allein in dieser Verantwortung. Auch Großeltern und andere Familienmitglieder sollten sich der Bedeutung ihrer Rolle bewusst sein, besonders wenn es um die Gabe von Süßigkeiten geht. Es ist wichtig, alle Personen, die in die Ernährung Deines Kindes involviert sind, mit einzubeziehen und ihnen die Bedeutung eines gesunden Ernährungsverhaltens zu vermitteln. Teile diesen Blogbeitrag, um auch andere Familienmitglieder zu sensibilisieren und zu informieren. Gemeinsam können wir eine gesunde und positive Esskultur in unseren Familien schaffen und pflegen.


Autoren: Tim Klewin & Christine Witzemann

Quellen: 

 

[1] DiGirolamo AM, Ochaeta L, Flores RMM. Frühkindliche Ernährung und kognitive Funktion in der Kindheit und Jugend. Food Nutr Bull. 2020 Jun;41(1'suppl):S31-S40. Doi: 10.1177/0379572120907763. PMID: 32522121 

[2] Birch LL. Psychological influences on the childhood diet. J Nutr. 1998 Feb;128(2 Suppl):407S-410S. doi: 10.1093/jn/128.2.407S. PMID: 9478037  

[3] Li S, Nor NM, Kaliappan SR. Long-term effects of child nutritional status on the accumulation of health human capital. SSM Popul Health. 2023 Oct 13;24:101533. doi: 10.1016/j.ssmph.2023.101533. PMID: 37916186; PMCID: PMC10616551. 

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