Mentaltraining bei Kindern


„Ich schaffe das nicht.“ – „Dafür bin ich zu schwach.“ – „Ich kann das nicht.“


Kommen Dir diese Gedanken bekannt vor? Kennst du sie von Dir selbst oder hast Du sie womöglich schon dein Kind sagen hören? Unsere Gedanken beeinflussen unsere Realität und unser Handeln. Sie haben einen starken Einfluss darauf wie wir Herausforderungen begegnen oder uns in bestimmten Situationen verhalten. Deswegen ist es wichtig bereits im Kindesalter damit zu beginnen die mentalen Einstellungen und Gedanken unserer Kinder zu stärken. Für den Lernprozess ist Motivation ein wichtiger Einflussfaktor - welche sich unter anderem durch Mentaltraining fördern und stärken lässt.


Zudem ist es relevant zu erwähnen, dass Menschen und insbesondere Kinder Grundbedürfnisse haben. Abraham Maslow, ein Wegbereiter der Humanistischen Psychologie, entwickelte hierzu eine Bedürfnispyramide bestehend aus 7 Bedürfnisgruppen (Langfeldt, 2014, S. 50). Das Ziel allen menschlichen Lebens ist dabei Selbstverwirklichung. Für das Lernen und die Enwicklung von Kindern spielen das Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Liebe und das Bedürfnis nach Wissen und Verstehen eine wichtige Rolle. So ist es für Kinder, die innerhalb ihres Umfelds das Wertschätzung und Liebe erfahren haben, einfacher das Wissen aus der Schule für sich nutzen zu können. Wohingegen es Kindern deren Bedürfnis nach Liebe nicht gestillt ist, schwerer fällt Wissen aufzubauen. Da das Bedürfnis nach Wissen auf dem Bedürfnis nach Wertschätzung und Liebe aufbaut (Langfeldt, 2014, S. 50). Meiner Meinung nach lässt sich auch durch Mentaltraining oder Entspannungsübungen wie Meditation oder Fantasiereisen Wertschätzung vermitteln. Da die Kinder spüren, dass sich bewusst für sie Zeit genommen wird. besonders effektiv kann dabei gemeinsames Entspannen und Meditieren sein. Die Vorbildfunktion der Eltern hat dabei einen relevanten Einfluss.


Kinder erhalten in bestimmten Situationen viele Informationen über sich selbst.


Diese Informationen können das Selbstkonzept, also das Denken der Kinder über sich selbst und über die eigenen Fähigkeiten, beeinflussen (Langfeldt, 2014, S. 55). So haben Rückmeldungen von Eltern oder Trainern einen Effekt auf das Selbstkonzept von Kindern. Kinder mit einem positiven Selbstkonzept gehen meist unbefangener an Aufgaben heran und trauen sich mehr zu. Das Selbstkonzept der Kinder wird zunehmend änderungsresistenter - deshalb ist es wichtig die Kinder schon früh in der Ausbildung positiver Selbstkonzepte zu fördern. Dies kann durch Mentaltraining und die Entwicklung positiver Glaubenssätze sehr gut gelingen.


Kinder sollten im bestmöglichen Fall eine Handlung aus Spaß und Interesse ausführen. Man spricht hierbei von intrinsischer Motivation, welche für Lernprozesse und das Wohlbefinden von Kindern eine wichtige Rolle spielt (Ryan & Deci, 1993, S. 225). Bei der extrinsischen Motivation wird eine Handlung durchgeführt, um ein lohnendes Ziel (z.B. gute Noten) zu erreichen oder eine negative Folge (z.B. Ärger mit den Eltern) zu vermeiden (Ryan & Deci, 1993, S. 225). Intrinsische Motivation lässt sich sehr gut fördern indem sich Kinder als autonom erleben und das Gefühl haben mitentscheiden zu dürfen. Auch in Bezug auf Sport kann es wichtig sein den Kindern den Raum zu geben selbst eine Sportart oder ein Hobby wählen zu dürfen, was ihnen Freude bereitet.


Motivation lässt sich ebenfalls gut durch Mentaltraining und verschiedene Übungen oder auch Erlebnispädagogik fördern. Abschließend lässt sich sagen, dass es besonders in der heutigen Zeit und auch im Hinblick auf die Auswirkungen der Pandemie förderlich sein kann die Kinder auch auf mentaler Ebene zu unterstützen. So wie wir jeden Tag unsere Zähne putzen, tut es auch gut jeden Tag unseren Geist zu pflegen.


Autorin: Julia Neitz


Literatur


  1. [18:07, 30.6.2022] Julia Neitz: Langfeldt, Hans-Peter (2014). Motivation. Psychologie für die Schule. S. 48-66. Weinheim: Beltz Verlag.

  2. [18:10, 30.6.2022] Julia Neitz: Deci, E.L. & Ryan, R.M. (1993). Die Selbstbestimmungstheorie der Motivation und ihre Bedeutung für die Pädagogik. Zeitschrift für Pädagogik, 39, S. 223-238.


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