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Kinderernährung und körperliche Aktivität: Grundlagen für die kindliche Entwicklung



Eine ausgewogene Ernährung und das richtige Maß an Bewegung sind grundlegend für eine gesunde kindliche Entwicklung, sowohl körperlich als auch geistig. Neue wissenschaftliche Forschungen zeigen, dass diese Faktoren stärker miteinander verbunden sind, als wir vielleicht denken.


Die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung für die kindliche Entwicklung

Dass sich Kinder ausgewogen ernähren sollten, darin sind sich die meisten Eltern einig. Doch was bedeutet es eigentlich, sich ausgewogen zu ernähren, und welchen Einfluss hat dies genau auf die Entwicklung Deines Kindes?

Eine ausgewogene Ernährung beinhaltet eine vielseitige Nahrungsaufnahme, die alle essentiellen Nährstoffe in der richtigen Menge und guter Bioverfügbarkeit enthält. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollten auf dem Ernährungsplan von Kindern vor allem Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Protein und gesunde Fette stehen [1]. Obst und Gemüse liefern wichtige Vitamine, Ballaststoffe und Antioxidantien, während Vollkornprodukte eine nachhaltige Energiequelle darstellen. Eine Ernährungsweise, die hauptsächlich aus diesen Nahrungsmitteln besteht, bildet den Grundstein, um den Energiebedarf der Kinder zu decken und ihre körperliche sowie geistige Leistungsfähigkeit zu gewährleisten.


Im Folgenden betrachten wir die wichtigsten Schlüsselnährstoffe und ihre Bedeutung etwas genauer:


1.   Proteine mit einer hohen Bioverfügbarkeit sind wichtig für das Wachstum und die Reparatur von Körperzellen und tragen zur Entwicklung der Skelettmuskulatur bei. Darüber hinaus werden Proteine benötigt, um Enzyme im Körper zu produzieren, die an Wachstumsprozessen, dem Immunsystem, dem Stoffwechsel und der Verdauung beteiligt sind. Proteine sind unter anderem enthalten in: Fleisch, Fisch, Eiern, Milchprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen, Tofu, Quinoa und Chiasamen.


2.   Vitamine und Mineralien unterstützen zahlreiche biologische Funktionen. Vitamin D und Calcium tragen unter anderem zur Knochengesundheit bei, während Eisen für die Blutbildung essenziell ist. B-Vitamine sind entscheidend für den Energiestoffwechsel und eine normale Funktion des Nervensystems. Eine Vielzahl von Vitaminen und Mineralien sind unter anderem enthalten in: Milch, Joghurt, Käse, grünblättriges Gemüse (wie Spinat und Grünkohl), Bohnen, Nüssen, Brokkoli und Avocado.


3.   Fette, insbesondere ungesättigte Fettsäuren wie sie in pflanzlichen Ölen vorkommen, sind eine wichtige Energiequelle für Kinder. Sie sind zudem notwendig, um fettlösliche Vitamine aus beispielsweise Obst und Gemüse aufzunehmen und zu verwerten. Omega-3-Fettsäuren, die unter anderem in Fisch vorkommen, sind besonders wichtig für die Gehirnentwicklung und die Funktion des Nervensystems. Eine gute Quelle für ungesättigte Fette sind unter anderem: Avocados, Nüsse, Olivenöl, fetter Fisch (Lachs, Makrele, Sardinen), Leinsamen und Walnussöl.


4.   Kohlenhydrate sind eine Hauptenergiequelle für Kinder, sowohl für körperliche Aktivitäten als auch für eine normale Gehirnfunktion. Vollkornprodukte liefern komplexe Kohlenhydrate, die im Gegensatz zu Weißmehlprodukten langsamer freigesetzt werden und somit eine nachhaltige Energieversorgung sicherstellen. Komplexe Kohlenhydrate sind unter anderem enthalten in: Vollkornbrot, Haferflocken, braunem Reis, Quinoa, Süßkartoffeln, Hülsenfrüchten und Vollkornnudeln.



Diese Funktionen der verschiedenen Nährstoffe zeigen, welche Grundlage eine ausgewogene Ernährung schafft, damit sich unsere Kinder entwickeln können und auch leistungsfähig bleiben. So kann eine ausgewogene Ernährung bei Kindern die kognitive Leistungsfähigkeit und das allgemeine Wohlbefinden fördern [2].


Welche Auswirkungen hat körperliche Aktivität auf eine gesunde Entwicklung?


Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollten Kinder und Jugendliche mindestens 60 Minuten moderate bis intensive körperliche Aktivität ausüben [3]. Bewegung fördert die Entwicklung von Muskeln und Knochen, verbessert die kardiovaskuläre Gesundheit und hat positive Auswirkungen auf die psychische Gesundheit.

Eine Studie, die den Einfluss des Schulwegs auf die körperliche Fitness von Kindern untersuchte, kam zu dem Schluss, dass Kinder, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule gingen, eine generell höhere körperliche Aktivität aufwiesen als diejenigen, die mit dem Auto gefahren wurden [4]. Diese Erkenntnisse verdeutlichen, dass schon einfache Maßnahmen wie die aktive Gestaltung des Schulwegs dazu beitragen können, dass sich unsere Kinder ausreichend bewegen und bestenfalls Spaß an körperlicher Aktivität und Sport entwickeln. Auf unserem YouTube-Kanal findest Du einige Übungen, mit denen Du spielerisch Deine Kinder zu mehr körperlicher Aktivität motivieren kannst. Diese Übungen lassen sich einfach in den Alltag mit Deinen Kindern integrieren.


Zusammenspiel von Ernährung und körperlicher Aktivität


Ernährung und körperliche Aktivität wirken synergistisch und sind untrennbar miteinander verbunden, um eine optimale Entwicklung von Kindern zu gewährleisten. Eine ausreichende Energie- und Nährstoffzufuhr ist notwendig, damit Kinder nach einer sportlichen Betätigung ihre verbrauchten Reserven wieder auffüllen und die Regeneration sowie das Wachstum unterstützt werden. Kinder, die sich regelmäßig sportlich betätigen, zeigen neben einer verbesserten körperlichen Gesundheit auch bessere kognitive Leistungen.

Langfristig gesehen reduziert die Kombination aus gesunder Ernährung und regelmäßigem Sport das Risiko für chronische Erkrankungen wie Adipositas [5]. Es ist wichtig, Kindern frühzeitig die Bedeutung dieser Themen zu vermitteln und gesunde Gewohnheiten sowohl in Bezug auf Ernährung als auch auf sportliche Aktivitäten zu fördern, damit sie diese fundamentalen Säulen für ein gesunden Lebens dauerhaft in ihr Leben integrieren.

 

Autor: Tim Klewin

 

Quellen:

[1] DGE. (2017). Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE. Retrieved June 23, 2024, from https://www.dge.de/fileadmin/dok/gesunde-ernaehrung/ernaehrungsempfehlung/10-regeln/10-Regeln-der-DGE.pdf

[2] Benton, D. (2010). The influence of dietary status on the cognitive performance of children. Molecular Nutrition & Food Research54(4), 457–470. https://doi.org/10.1002/mnfr.200900158

[3] Global Recommendations on Physical Activity for Health. (2010). PubMed. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26180873/

[4] De Jesus, G. M., De Oliveira Araujo, R. H., Dias, L. A., Barros, A. K. C., Araujo, L. D. M. D. S., & De Assis, M. a. A. (n.d.). Influence of active commuting to school on daily physical activity among children and adolescents. Journal of Transport & Health21, 101071. https://doi.org/10.1016/j.jth.2021.101071

[5] Singh, A. S., Mulder, C., Twisk, J. W. R., Van Mechelen, W., & Chinapaw, M. J. M. (2008). Tracking of childhood overweight into adulthood: a systematic review of the literature. Obesity Reviews9(5), 474–488. https://doi.org/10.1111/j.1467-789x.2008.00475.x



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